Kirchenjahr

Ungewöhnlich ist der Beginn des Kirchenjahres am 1. Advent. Damit ist es dem Kalenderjahr einen Monat voraus, obwohl wir die Jahre nach Christi Geburt zählen. Diese Zählung wurde erst im 6. Jahrhundert eingeführt, als die Adventszeit, vier Wochen vor Weihnachten, bereits als Fastenzeit und Zeit der Vorbereitung auf die Ankunft (Advent) und Geburt Jesu, Gottes Sohn, in weiten Teilen rund um das Mittelmeer bekannt war und gefeiert wurde.

Der Ostersonntag ist als der Tag der Auferstehung Jesu Christi der wichtigste und höchste Feiertag im Kirchenjahr. Als erster Feiertag wird er in der jungen Kirche auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühjahr festgelegt, denn das jüdische Pessachfest folgt bereits seit Generationen diesem Datum. Das Neue Testament beschreibt ausführlich die Ereignisse vor dem Pessachfest, die zur Festnahme, Verurteilung und Kreuzigung Jesu geführt haben, an die wir uns am Gründonnerstag und Karfreitag erinnern.

Jeder Sonntag ist eine Erinnerung an diesen einen Ostersonntag, den Aufbruch neuen Lebens, das Gott seiner Schöpfung schenkt. Ausgehend von Ostersonntag werden 40 Tage Fastenzeit zurückgerechnet, als Zeit der Vorbereitung auf das Leiden und Sterben Jesu. 40 Tage hatte Jesus in der Wüste fastend ausgehalten bis er vom Teufel versucht worden ist, dem er widerstehen konnte. Damit diese lange Zeit für Christen auch zu bewältigen sei, wurden die 6 Sonntage vom Fasten freigestellt und als weitere Woche angehängt, was 7 Wochen Fastenzeit ergibt. Die Zahl 7 steht in biblischer Überlieferung symbolisch für Vollkommenheit.

40 Tage nach Ostern feiern wir die Auffahrt Jesu Christi mit der Konfirmation.

50 Tage nach Ostern, griechisch: pentakosta, wird Pfingsten gefeiert. Das Fest, an dem wir uns an die Ausgiessung des Heiligen Geistes erinnern wie es in der Apostelgeschichte beschrieben ist.

Das Kirchenjahr verbindet also den älteren Osterfestkreis, der sich am Mondkalender orientiert, mit dem viel jüngeren Weihnachtsfestkreis, der dem Sonnenkalender folgt.