Seelsorge

Seelsorge ist Zeit zum Zuhören, Zeit für ein Gespräch. Manchmal ergibt sich spontan die Möglichkeit dazu. Manchmal ist es gut, miteinander einen Termin zu vereinbaren. Sie können sich gern bei Pfarrer Hendrik de Haas melden im Pfarramt Hüttlingen.

Der Mensch erlebt sich mit seinem Wirken in der Welt als eine Einheit, die sich aus Körper, Geist und Seele zusammensetzt. Gelingt innerhalb dieser Einheit ein Gleichgewicht, ist der Mensch gesund. Dieser Zustand wird durch zahlreiche Faktoren täglich beansprucht und mitunter bedroht. Jeder Mensch kann sich dank seines Immunsystems oder seiner individuellen Erfahrungen erfolgreich davor schützen.

Jeder Mensch will wachsen und ist angewiesen auf einen Autausch mit anderen Menschen und seiner Umwelt. Dabei entdeckt er Fragen:

  • Wer bin ich?
  • Woher komme ich?
  • Zu wem gehöre ich?
  • Was will ich erreichen?
  • Was ist mir wichtig und was ist belanglos?

Hilfreiche Antworten sind, da vom Alter abhängig, befristet gültig. Die Suche nach Antworten und ihre Auswahl vermitteln jedem Menschen früh erste Erfahrungen im Umgang mit Freiheit und der Verunsicherung, die damit einhergeht. Ein Leben lang löst das neue Wirkungen auf den Körper, den Geist und die Seele aus. Das kann die Ich-Stärke fördern oder verunsichern.

Was in früheren Zeiten Menschen erlebt und verstanden haben und wie sie damit umgegangen sind, wird anschaulich in zahlreichen biblischen Geschichten und Briefen mitgeteilt. Die Zeit der Aufklärung im 19. Jahrhunderts stellte deshalb neue Fragen:

  • Gibt es Gott?
  • Was ist Einsamkeit?
  • Gibt es Freiheit?

Neues entschlüsseln und verstehen lernen, Bekanntes durch Wiederholungen sich vertrauter machen, fördert und stabilisiert den Menschen im alltäglichen Wachstum. Was in der Kindheit Wohlbefinden, Sicherheit und Vertrauen wachsen liess, bleibt im Laufe des Lebens durch Erinnern und Wiederholen immer wieder als ein beruhigendes, stärkendes Gefühl spürbar, das sich in Krisen sogar bei Verlusterfahrungen erfolgreich im Aushalten und Durchstehen bemerkbar machen kann.

Auf Verlusterfahrungen reagiert jeder Mensch auf seine Weise. Unter Schmerzen oder bei einem Schock ist schnelle Hilfe gefordert. Später meldet sich dann ein Bedürfnis, diese unbekannte neue Erfahrung in einem Gespräch mitzuteilen und biographisch ins Leben einzuordnen: „Warum ist das passiert? Was wurde mir angetan?“

Nach dem Zuhören können im Gespräch auch Erinnerungen lebendig werden, die den Gesprächspartnern vertraut sind. Abhängig vom Lebensalter kann das auch durch Lieder, Psalmworte oder Rituale geschehen, die sogar neuen Mut und neue Kraft schenken.